Konzept

Konzeptionelle Hintergrundinformationen

Im südlichen Senegal an der Westküste Afrikas liegt die Casamance. Diese wunderschöne Region mit großem Potential ist aus verschiedenen Gründen wirtschaftlich geschwächt. Die Infrastruktur ist marode, die Umwelt geschädigt. Aufgrund geringem produzierendem Gewerbe haben die Menschen vor Ort wenig Perspektive, vorherrschend ist Subsistenzwirtschaft. Die Landflucht ist hoch und viele Menschen in der Region versuchen ihr Glück in den größeren Städten des Landes oder treten den riskanten Weg nach Europa an.

Dabei ist die Region sehr reich und hat enorm viel zu bieten! Menschen, die Ihre Zukunft gestalten wollen, Erde, Wasser und mehr als die doppelte Sonneneinstrahlung von Deutschland. Aufgrund dieser natürlichen Voraussetzungen wachsen Pflanzen hier enorm schnell. Es kann also sehr viel Nahrung produziert, Co2 gebunden und Humus aufgebaut werden. Und außerdem Jobs geschaffen, Wissen vermittelt und die Nachbar*Innen überzeugt , kurz: die Welt verändert werden! Das ist unsere Vision und diese wollen wir möglichst schnell umsetzen. Die Welt ist schon längst voller Lösungen – wir beginnen mit der Umsetzung!

In dieser Region, die den Geschäftsgründern seit vielen Jahren wohlbekannt ist, entsteht als „Social Business“ ein multifunktionales Agroforstsystem.

Ziel ist die nachhaltige, regionale Produktion von gesunden Lebensmitteln für die Märkte der Gegend. Darüber hinaus werden verschiedene verarbeitete Produkte für den Export nach Europa produziert (bspw. Moringa oleifera, Tees, Heilpflanzen, Öle etc.).

Unser Konzept: Das Projekt Permafoodforest („PFF“) soll zwar wirtschaftlich gesund wachsen, im Vordergrund steht aber der Aufbau eines Unternehmens, das „fair“ zu Mitarbeitern und Umwelt ist. Wir wollen zeigen, dass es auch unter schwierigen äußeren Bedingungen möglich ist, fair, ökologisch und ökonomisch gesund zu wirtschaften nach der der Ethik der Permakultur: „Earth care, people care, fair share“

Angestrebt ist von Anfang an, unseren PermaFoodForest von einem ambitionierten Pilotprojekt zu einer „best practice“-Blaupause zu entwickeln.

Auch auf Seite der senegalesischen Regierung wurden die Probleme analysiert und die Chancen regenerativer, nachhaltiger Landwirtschaft erkannt. Deshalb wurde Mitte 2020 das aus Brasilien stammende Programm Tolou Keur adaptiert und implementiert. Ziel ist die tausendfache Implementierung von kleinen, dörflichen Waldgärten und nachhaltigen Nahrungsproduktionsystemen. Genau unser Ding!

Nicht nur,  dass unser Mitgründer Miguel Jessen früh von den Regierungsstellen für das Projekt gewonnen wurde, mittlerweile ist er ein zertifizierter Ausbilder für andere Trainer des Programmes und ein Teil unsere Farm wird ein Referenzwaldgarten im Design von Tolou Keur werden.

Unser Konzept basiert auf drei Säulen:

“Vielfalt ist der Schlüssel”

Wir haben stark zwei Hektar Land gekauft und urbar gemacht, ein solares Bewässerungssystem installiert und mit der Bepflanzung der ersten Flächen begonnen. Unsere Farm ist ein Waldgarten, in dem auf mehreren Stockwerken in Mischkultur eine Vielzahl von Nutzpflanzen angebaut wird. Aufbau und Bewirtschaftung erfolgen weitestgehend nach Richtlinien der Permakultur, also in möglichst naturnaher Kreislaufwirtschaft. Auswahl und Anbau richten sich nach den lokalen Begebenheiten (bspw. Bodenbeschaffenheit und Windrichtung); kombiniert werden Pflanzen, die sich in ihren Wachstumsbedingungen ergänzen.

Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft werden keine Pestizide oder Mineraldüngung eingesetzt. Statt landläufiger Brandrodung wird organisches Material zum Aufbau von Kompost verwendet. Ausgelaugte Böden werden durch das eingebrachte organische Material regeneriert und binden erstaunliche Mengen CO2. Im Boden selbst entsteht wieder Leben und darüber sowieso: ein solch durchmischter Waldgarten bietet Nahrung und Wohnraum für eine große Menge Insekten und fördert so die Biodiversität auf allen Ebenen.

Es entsteht ein gesundes Ökosystem mit eigenem Mikroklima, das in jeder Hinsicht stabiler ist als herkömmliche Monokulturen: der Boden enthält verschiedene tiefe Wurzelsysteme, Wasser kann eindringen, wird aufgenommen und gehalten. Schädlinge bleiben mit allen anderen Organismen im Gleichgewicht und können niemals die gesamte Anbaufläche schädigen.

 

„Global denken; deshalb: lokal produzieren!“

In einer kleinen Fabrik werden die landwirtschaftlichen Erzeugnisse möglichst bis zum fertigen Produkt verarbeitet. Wir werden ein Gebäude bauen und die notwendigen Gerätschaften anschaffen für Trocknung und Mahlen von Pflanzenmaterial, zum Pressen von Öl, zum Verpacken und Etikettieren, Pressen von Tabletten etc. Eine Verarbeitungs- und Verpackungsstätte, die auch von anderen ökologischen Projekten der Region mitbenutzt werden kann, ist ein wichtiger Baustein zu Entwicklung der Region, denn so könne Ernten veredelt und zu höheren Preisen veräußert werden. Grundgedanke ist, die Wertschöpfungskette weitestgehend vor Ort zu belassen und hierdurch Arbeit, Wohlstand und Perspektiven für die Menschen vor Ort zu schaffen, was Fluchtursachen bekämpft.

Die Energieversorgung der Produktionsstätte wird dezentral über eine große Photovoltaikanlage auf den Dächern der Gebäude erfolgen. Auch dies soll pilotprojektartig demonstrieren, dass auch in der abgelegensten Gegend nachhaltig, langfristig und zuverlässig Strom produziert werden kann, um damit beispielsweise eine energieintensive Produktionsstätte zu betreiben.

“Wissen ist Macht…”

Der dritte Bereich, der besonders vom Verein Sarsarale e.V. unterstützt werden wird, ist die Ausbildungsstätte. Hier werden nicht nur unsere Mitarbeiter aus- und weitergebildet, vielmehr soll es Workshops geben zu allen Themen rund um Ökolandbau, Permakultur, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien und Empowerment. Wir wollen vor allem hochmotivierte Menschen ausbilden, die engagierte Multiplikatoren werden. Darüber hinaus soll das Ganze eine Art Forum und Netzwerkstelle werden, um voneinander zu lernen“: es wird also Workshops und Weiterbildungsmöglichkeiten von und für Bauern, ähnliche Projekte, NGO´s und alle Interessierten aus der Region geben.

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Projekt. (C) 2018-20 by Permafoodforest Kabadiou, Diouloulou, Casamance, Senegal.  Alle Rechte vorbehalten. Impressum und Datenschutz

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